Verlag, Redaktion, Genossenschaft
Foto: Gordon Welters
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Auf der Rosa-Luxemburg-Konferenz kommt zusammen, was zusammengehört:
Junge und Alte, Bewohner diverser Provinzen von Ost und West, von Süd
und Nord, Gutverdienende und Arbeitslose, Studenten und Professoren,
Taxifahrer und Lokführer, In- und Ausländer, Bäckermeister und
Auszubildende. Aber auch Politik und Kultur.
Das
politische Programm haben wir an dieser Stelle bereits vorgestellt,
heute wollen wir auf die kulturellen Highlights hinweisen. Zunächst
gehört es zur Konferenzkultur, daß für eine ordentliche Versorgung der
Teilnehmenden mit Speis und Trank gesorgt wird. Dann steht das
komplette Erdgeschoß in der Urania für Infostände aller Art zur
Verfügung, im Prinzip hat sich aus diesem Teil der Veranstaltung
geradezu eine kleine Messe entwickelt: Sie erhalten eine Übersicht über
die wichtigsten linken Medienverlage, Organisationen, Gewerkschaften,
Parteien. Es ist ein nicht unerheblicher Reiz der Konferenz, daß neben
den spannenden Beiträgen auf der Hauptbühne viele gute Gespräche beim
Essen und Trinken und an den Infoständen im Erdgeschoß mit alten und
neuen Bekannten zustandekommen. Das Neujahrstreffen der Linken aller
Art eben.
Die Konferenz selbst findet im großen Saal der ersten
Etage statt, in dem ab 10 Uhr Filmausschnitte bisheriger Konferenzen
gezeigt werden. Eröffnet wird die Veranstaltung kurz vor 11Uhr durch
den Berliner Kabarettisten Dr. Seltsam, der auch durch das
Tagesprogramm führt. Den ersten Konferenzbeitrag übernimmt die Sängerin
und Schauspielerin Gina Pietsch aus Berlin. Die Schülerin von Gisela
May hat sich längst selbst einen hervorragenden Namen als
Brechtinterpretin gemacht. Gina Pietsch wird die Konferenzteilnehmer
mit einem kurzen Programm unter dem Titel »Lob des Zweifelns« auf das
Kommende einstimmen. Ihr folgt die indische Schriftstellerin
Mandakranta Sen. Mit Ignacio Ramonet kommt ein Chefredakteur einer
Zeitung (Le Monde Diplomatique) und mit William Gringsby der Direktor
eines Radiosenders (»La Primerisima«) zu Wort. Und schließlich steht
mit Turbal Paez der Vorsitzende eines nationalen Journalistenverbandes
nach dem Vortrag für Nachfragen zur Verfügung. Mit einem kurzen Beitrag
wird der Kabarettist Dietrich Kittner in die Konferenz eingreifen – wer
den ganzen Kittner erleben will, sollte dann später zur
LLL-Veranstaltung der DKP gehen, die nach der Podiumsdiskussion im
gleichen Saal stattfinden wird.
In den angenehmen Clubräumen in
der dritten Etage beginnt ab 21 Uhr das Konzert zur Konferenz. Die
jW-Bar wird schon vorher in Betrieb sein. Eröffnet wird das
Abendprogramm mit einem Solo-Auftritt des englischen Sängers Danbert
Nobacon, der früher mit Chumbawamba unterwegs war. Gerade hat er eine
CD (»The Library Book of the world«) herausgebracht. Haben wir es hier
noch mit leiseren Tönen für alle Altersgruppen zu tun, wird es danach
allerdings etwas lauter: Mit Xikinkei folgt eine Punkrockband aus dem
Baskenland, ganz junge Musiker aus Donostia. Viele ihrer Freunde,
Kollegen und Verwandten sitzen wegen politischer Aktivitäten in
Gefängnissen oder mußten in die Illegalität gehen. Auch die nächste
Band verbindet ihre Musik mit politischen Ansprüchen: Die italienische
Kultband Banda Bassotti wird mit etwa 16 Musikerinnen und Musikern
skapunken, was Geräte und Stimmen hergeben.
Die Nachfrage nach
Karten ist schon jetzt recht groß. Obwohl wir mit dem Urania-Haus den
bisher größten Veranstaltungsort für die Rosa-Luxemburg-Konferenz
gefunden haben, empfehlen wir die Nutzung des Vorverkaufs bzw. von
Vorbestellungen. Gesamtkarten für die Konferenz sind übrigens ein
hübsches Weihnachtsgeschenk. Karten können wir bis zum fünften Januar
gegen eine Bearbeitungsgebühr von einem Euro verschicken, wenn vorher
beim Verlag bzw. der jungen Welt die verbindliche Kartenbestellung
eingegangen ist. Danach werden nur noch Kartenreservierungen
entgegengenommen, die dann bis spätestens um 10.30 Uhr am
Veranstaltungstag an der Tageskasse abgeholt werden müssen.
Bestellmöglichkeiten finden Sie demnächst in dieser Zeitung oder auf
unserer Internetseite
rosa-luxemburg-konferenz.de.