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Der im Mai 1943 im spanischen Rondela geborene Journalist Ignacio
Ramonet leitet die in Paris erscheinende Monatszeitung für
internationale Politik Le Monde diplomatique. Im Dezember 1997
publizierte das Blatt einen Leitartikel von Ramonet unter der
Überschrift »Désarmer les marchés« (Die Märkte entwaffnen). Darin
machte der Autor Devisenspekulationen für die Finanzkrise in
Südostasien verantwortlich. Ramonet attackierte die Dominanz der
Finanzmärkte und den unbeschränkten Kapitalfluß und bezeichnete diese
als Gefahr für die Demokratie und die Stabilität der Staaten. Eine neue
Organisation sollte diesem Trend entgegenwirken. Es war die
Geburtsstunde der »Association pour une taxation des transactions
financières pour l'aide aux citoyens«, kurz: ATTAC.
Seine
Jugend hatte Ignacio Ramonet in Tanger verbracht. Er studierte
Ingenieurwissenschaften und Soziologie in Bordeaux, Rabat und Paris. Er
promovierte als Schüler von Roland Barthes an der École des Hautes
Études en Sciences Sociales im Fach Semiotik. Seit 1972 lebt und
arbeitet er in Frankreich.
In den letzten Jahren widmete sich
Ramonet, dessen Beiträge in Deutschland unter anderem in der jungen
Welt erscheinen, verstärkt der wuchernden Macht von Medienkonzernen. In
zwei seiner jüngeren Bücher – »La tiranía de la comunicación« (1999),
»Propagandas silenciosas« (2002) – befaßte er sich mit diesem Thema. Er
ist Mitbegründer der regierungsunabhängigen Organisation Media Watch
Global.
Auch auf der von jW ausgerichteten
Rosa-Luxemburg-Konferenz am 12. Januar 2008 in Berlin wird sich Ignacio
Ramonet mit dem Machtmißbrauch der großen Medienkonzerne befassen. In
seinem Beitrag wird er aufzeigen, wie der Einfluß der
Informationsunternehmen immer mehr mit politischen und wirtschaftlichen
Interesse einhergeht. Er wird verdeutlichen, warum viele vermeintliche
Gegner der Pressefreiheit tatsächlich Bewahrer der medialen Demokratie
sind – in Venezuela etwa. Und vor allem wird Ignacio Ramonet ein Stück
dazu beitragen, die große Frage zu beantworten: Wie können linke und
demokratische Gegenstrategien entwickelt werden?