William Grigsby Vado wurde im August 1959 in der nicaraguanischen
Hauptstadt Managua geboren. Er besuchte eine jesuitische Oberschule und
studierte von 1976 bis 1978 mehrere Semester Journalismus an der
Nationalen Autonomen Universität Nicaragua. Zur gleichen Zeit
engagierte er sich als Aktivist der Sandinistischen Front zur
Nationalen Befreiung in der Studentenbewegung. Die politische Lage
zwang ihn, sein Studium aufzugeben, um in Costa Rica und Panama als
Mitglied der internationalen Kommission der FSLN Öffentlichkeitsarbeit
auf internationaler Ebene zu leisten.
1994 gehörte er zu den
Mitbegründern der linken Strömung innerhalb der FSLN. In den vier
Folgejahren war er aktiv in der Sandinistischen Nationalversammlung
(Zentralkomitee) und gehörte der Nationalen Wahlkommission der Partei
an. Seit 1998 engagiert er sich als Basismitglied in der
sandinistischen Bewegung.
Parallel zur politischen Arbeit
arbeitete William Grigsby Vado als Journalist. 1977 und 1978 leitete er
das Radioprogramm »La Nueva Canción« (Das Neue Lied). Nach mehrwöchiger
Aufbauarbeit der Sandinistischen Verteidigungskomitees in den
ländlichen Außenbezirken Managuas arbeitete er bei der damals
neugegründeten Nachrichtenagentur Nueva Nicaragua (ANN) als Journalist,
Redaktionsleiter und zuletzt als stellvertretender Chefredakteur.
Politische und journalistische Arbeit verband er Mitte der neunziger
Jahre, als er sich in der Öffentlichkeitsarbeit der FSLN engagierte.
Nach einem kurzen Abstecker zum Fernsehen widmete er sich der Arbeit
beim Radio. Seit 1986 leitet er das Programm »Sin Fronteras« (Ohne
Grenzen) des Radios La Primerísima.
Auf der
Rosa-Luxemburg-Konferenz 2008 wird William Grigsby Vado zu den
Erfahrungen linker Pressearbeit in Nicaragua sprechen. Er wird vor
allem darauf eingehen, wie erfolgreich Strategien gegen die Übermacht
bürgerlicher Medien entwickelt werden konnten.
(jW)