Italienische und französische Fischer reißen eine EU-Flagge nieder (Demonstration gegen hohe Benzinkosten in Brüssel, 4.6.2008)
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Am Samstag findet in Berlin die XIV. Internationale
Rosa-Luxemburg-Konferenz unter dem Motto »Internationalismus
und Gegenmacht heute« statt. Die Podiumsdiskussion der
Konferenz beschäftigt sich mit der Rolle der Europäischen
Union, in der 2009 ein neues Parlament gewählt wird. Die DKP
entscheidet – ebenfalls am Samstag – auf einer
Bundeswahlkonferenz über eine Beteiligung an den
EU-Parlamentswahlen. Der Landesverband Berlin hat in diesem
Zusammenhang einen Alternativentwurf zu dem des Sekretariats des
Parteivorstandes vorgelegt.
Im Juni wird ein neues EU-Parlament gewählt. Zum
Lissabon-Vertrag, der Neuauflage der gescheiterten
EU-»Verfassung«, wurden die Menschen in den meisten
EU-Mitgliedsländern nicht befragt. Die Wahlen sind daher eine
Gelegenheit, unser Nein zur EU zu bekräftigen. CDU, SPD, FDP
und Grüne werben für Wählerstimmen, um die EU zu
stabilisieren, ihr Potential auszubauen und dem Widerstand der
Bevölkerungen, wie er zum Beispiel in Frankreich, den
Niederlanden und Irland sichtbar wurde, zu begegnen. Auch die
Partei Die Linke stellt die Konstruktion der EU nicht
grundsätzlich in Frage, sondern wirbt für Reformen, die
die EU demokratischer, sozialer und friedfertiger machen sollen.
Wir Kommunistinnen und Kommunisten halten das nicht für
möglich, weil die EU ein imperialistisches Konstrukt ist. Die
DKP kämpft für die Verbesserung der sozialen Lage der
Werktätigen, gegen die Einschränkung der demokratischen
Rechte und gegen Militarisierung und Krieg. Das aber kann nur im
Kampf gegen die EU, nicht mit ihr oder für sie gelingen.
EU – Pakt des Finanzkapitals
Die EU hat nichts mit einem Zusammenwachsen der Völker zu tun
und schon gar nichts mit Demokratie, Freiheit und Menschenrechten,
wie es uns erzählt wird. Im Gegenteil: Die EU hat sich auf den
Weg gemacht, ihren Platz unter den Großmächten zu
behaupten. Sie will im verschärften kapitalistischen
Konkurrenzkampf in erster Linie mit den USA nicht weniger als die
wirtschaftsstärkste Macht der Welt werden. Zu diesem Zweck
müssen die Akkumulationsbedürfnisse des europäischen
Monopolkapitals bedient und dessen Profitmaximierung gesichert
werden. Wo aber Profite der Konzerne, Banken und Versicherungen
steigen, wächst auf der anderen Seite die soziale Unsicherheit
der großen Mehrheit der Menschen, stehen Massenentlassungen,
Standortschließungen, Privatisierungen und gesteigerte
Arbeitsintensität bei sinkenden Löhnen an.
Die EU ist das Instrument zur Optimierung der
Handlungsspielräume der Banken und Konzerne, vornehmlich
»Kerneuropas«, deren nationaler Aktionsrahmen zu klein
geworden ist. Gestützt auf seine Rolle als Führungsmacht
verfolgt das deutsche Monopolkapital erneut die alte Strategie des
deutschen Imperialismus, eine aggressive wirtschaftliche,
politische und militärische Expansionspolitik in Richtung Ost-
und Südosteuropa und darüber hinaus bis zum Kaukasus und
zum Nahen und Mittleren Osten zu betreiben. Bereits zweimal
stürzte Deutschland beim Griff zur Weltmacht die Menschheit in
die Katastrophe von Weltkriegen. Wir sagen: Nie wieder Faschismus
und Krieg! Sozial- und Demokratieabbau stoppen!
Machtzentren der EU
Das Zweckbündnis EU ist kein Bündnis unter Gleichen.
Tonangebend sind vor allem das französische und deutsche
Finanzkapital. Diese Kapitalgruppen haben auf der einen Seite das
gemeinsame Interesse, nationalstaatliche Wirtschaftsinstrumente
abzubauen, um ihre Vormachtstellung in Europa durch einen
ungehinderten Kapital- und Warenexport auszubauen. Die Erweiterung
der EU auf 27 und künftig noch mehr Mitgliedstaaten zielt auf
die Ein- und Unterordnung der ost- und südosteuropäischen
Staaten mit ihren ökonomischen Ressourcen und ihrem
Arbeitskräftepotential als abhängige Peripherie. Die
größten europäischen Bank- und Industriemonopole
beherrschen die Produktion, die Banken, den Handel und die Medien
der ost- und südosteuropäischen Länder. Dem Abbau
nationalstaatlicher Wirtschaftsinstrumente wirkt jedoch immer
wieder die Konkurrenz zwischen den führenden Kapitalgruppen in
der EU entgegen. Die Wirtschaftskrise zeigt deutlich, daß
eine nationalstaatliche Regulierung, zum Beispiel durch
Subventionen in Milliardenhöhe an deutsche Banken durch die
Bundesrepublik, keineswegs zugunsten einer gemeinsamen Regulierung
auf EU-Ebene aufgegeben wird.
Mit diesen Expansionsbestrebungen einher gehen die Knebelung der
Arbeiterbewegung, die Stärkung reaktionärer und
faschistischer Kräfte und die Verleumdung der Ergebnisse des
sozialistischen Aufbaus. Es geht um die Herausbildung von
hochproduktiven Kernregionen in West und Ost, während das
übrige Europa als Zulieferer von Billigarbeitskräften,
Billigprodukten und als ein weithin industriell verödetes
Umfeld weiter verarmt. Die Standortkonkurrenz wird von den
Unternehmen genutzt, um Löhne, Arbeitsbedingungen und
Sozialstandards in ganz Europa immer weiter nach unten zu
drücken. So sind die Opfer auch in der BRD wie in den anderen
ökonomisch starken Mitgliedsländern der EU alle
nichtmonopolistischen Schichten der Gesellschaft und nicht zuletzt
die Arbeiterklasse.
Widerstand gegen die EU wächst
Immer mehr Menschen erkennen den wahren Charakter der EU. Am
»Non« der Franzosen und »Nee« der
Niederländer scheiterte die EU-»Verfassung«. Die
Iren lehnten ihre Neuauflage, den Lissabon-Vertrag, ab. Die
Menschen folgten dem Aufruf, die Demokratie und ihre
Souveränität sowie die Rechte der Arbeiterklasse und die
öffentlichen Dienstleistungen zu verteidigen. Wie sehr die
Herrschenden diese Bewegung fürchten, zeigt sich insbesondere
in der BRD mit der Weigerung der Bundesregierung, Volksabstimmungen
zum Lissabon-Vertrag durchzuführen. Die Art des
Zustandekommens des Vertrages macht die Forderung nach einer
Volksabstimmung über den sogenannten Reformvertrag zu einer
demokratischen Grundsatzfrage.
Die EU beruht auf einem Vertragswerk, in dem die politischen und
ökonomischen Bedingungen für die Verwirklichung der Ziele
ihrer Urheber festgeschrieben sind: Militarisierung, Sozial- und
Demokratieabbau sowie Privatisierungspolitik. Dieser Vertrag
bedeutet weitere Souveränitätsverluste für die
Völker der EU-Mitgliedsländer, er bedeutet verpflichtende
militärische Aufrüstungsprogramme, er bedeutet
verschärfte Ausbeutung und Unterdrückung der arbeitenden
Menschen. Der Kapitalismus soll durch den Vertrag als einzig
zulässiges Wirtschaftssystem festgeschrieben werden. Daher ist
die EU nicht für fortschrittliche Bewegungen
instrumentalisierbar und in eine progressive oder gar
revolutionäre Richtung transformierbar, wie es auch linke
Parteien und Gewerkschaftsführungen propagieren. Die
Verträge müssen gekündigt werden. Doch damit ist es
nicht getan. Wie wir erlebt haben, machen die Regierenden in
Frankreich, den Niederlanden und Irland so weiter, als hätte
es das Nein in ihren Ländern nicht gegeben. Die
Einschränkung und Überwindung der Macht der
reaktionärsten Teile des Finanzkapitals kann nur durch die
Zerschlagung der EU gelingen. Erst der grundlegende Bruch mit den
monopolkapitalistischen Macht- und Eigentumsverhältnissen
eröffnet eine soziale, demokratische und letztlich
sozialistische Perspektive für Europa. Ein Schritt dorthin
heißt: Deutschland muß raus aus der EU!
In einzelnen EU-Ländern formiert sich Widerstand. Wir meinen
nicht die rechten, nationalistischen EU-Gegner. Sie stehen stets an
der Seite der Bourgeoisie ihres Landes, verschleiern die
Klassengegensätze und können sich die Wiederherstellung
der »Größe der Nation« nur auf Kosten
anderer Nationen vorstellen. Wir meinen eine Bewegung, die eine
gemeinsame Front gegen die Profiteure im eigenen Land und gegen das
in Europa tonangebende Kapital bildet und in diesem Sinne zutiefst
internationalistisch ist. Sie umfaßt schon heute
beispielsweise polnische Bauern, rumänische Bergarbeiter wie
beträchtliche Teile der Arbeiterklasse Griechenlands und
EU-Gegner in Frankreich. In den verschiedenen Kampffeldern
entwickelt sich auch grenzübergreifender Widerstand. So
demonstrierten Arbeiter und Angestellte aus Europa gemeinsam gegen
die sogenannte Dienstleistungs- bzw. Bolkestein-Richtlinie, die
durch Liberalisierung, Deregulierung und Privatisierung im Bereich
der Daseinsvorsorge den größten Angriff auf den
Sozialstaat darstellt. Zudem steht die Richtlinie für die
Aushebelung der Tarifautonomie und des Streikrechts in Deutschland,
indem sie diese dem EU-Gemeinschaftsrecht unterwirft.
Europäische Hafenarbeiter erteilten der geplanten
EU-Richtlinie »Port Package« durch gemeinsame Streiks
eine Absage und wehrten damit die Deregulierung ihrer
Arbeitsverhältnisse ab. Studierende demonstrierten in ganz
Europa gegen den sogenannten Bologna-Prozeß, der die
Hochschulbildung vereinheitlicht, allein an Konzerninteressen
ausrichtet und durch die Spaltung wissenschaftlicher
Studiengänge in Bachelor- und Masterabschlüsse selektiv
insbesondere Studierende aus der Arbeiterklasse weiter aus den
Hochschulen drängt.
Diese Kämpfe gegen die EU zu unterstützen, betrachten wir
Kommunisten als unsere Aufgabe. Es geht darum, in den einzelnen
Ländern antimonopolistische Kräfte zu formieren, die den
Bruch in Form eines Austritts aus der EU vorantreiben. Diese
Kämpfe gegen die EU sind es, in denen der Keim für ein
anderes Europa wächst – ein solidarisches, ein
sozialistisches Europa, das den Schulterschluß zu anderen
antiimperialistischen Kräften wie Kuba, Venezuela, Bolivien,
Vietnam u. a. sucht. Die Arbeiterklasse hat ein
grundsätzliches Interesse an der Vereinigung der Völker
gegen die aggressiven Ziele des Imperialismus. Ihr Erfolg erst
bringt uns dem Ziel eines Zusammenlebens der Menschen in Europa
näher, wie wir es anstreben:
– ein Zusammenleben der europäischen Nationen, das nicht
durch Dominanz und Unterordnung bestimmt wird, sondern durch
Gleichberechtigung und Kooperation zum gegenseitigen Vorteil.
– ein Zusammenleben, das nicht von einer abgehobenen
bürokratischen Elite, die im wesentlichen die Interessen der
großen Konzerne vertritt, ohne nennenswerte demokratische
Kontrolle diktiert wird, sondern aus den souveränen
Entscheidungen der Bevölkerungen erwächst.
– ein Zusammenleben, das frei ist von der gewaltsamen und
militärischen Durchsetzung des Anspruchs auf Kontrolle
über die weltweiten Energieressourcen, sondern das als
Friedensfaktor in den internationalen Beziehungen wirksam
wird.
Hauptfeind steht im eigenen Land
Die Regierenden verweisen bei sozialen Konflikten gerne auf die
Verantwortlichkeiten in Brüssel. Doch die scheinbare
Machtlosigkeit des eigenen Staates ist eine politisch gewollte und
die scheinbare Allmacht der EU-Institutionen ist eine von wenigen
gesteuerte. Die Verträge, die die Abgabe nationaler
Kompetenzen beinhalten, sowie alle wichtigen Weichenstellungen
für die supranationale Herrschaftsausübung wurden und
werden von kleinen elitären Zirkeln ausgearbeitet. Sie wurden
und werden von den wirklich Herrschenden, von den Machteliten in
den führenden Staaten, den Monopolkapitalisten, Banken und
ihren politischen Parteien ausgehandelt und bei uns, wie in den
anderen Ländern auch, vom Parlament abgenickt.
Wer heute dagegen erfolgreich kämpfen will, setzt am besten
dort an, wo sich die politischen Hebel befinden: dort, wo Menschen
in den Betrieben arbeiten, eine Regierung unter Druck setzen und
eine Öffentlichkeit für ihre Interessen mobilisieren
können. Dort, wo die Arbeiterklasse die Eigentumsfrage an den
wichtigsten Produktionsmittel stellen kann und damit die Macht der
Monopole angreifen kann – das heißt für uns: hier
in der Bundesrepublik Deutschland.
Monopolherrschaft ist das Gegenteil von Demokratie. Die in den
EU-Institutionen politisch verankerte Herrschaft steht einer
politischen Verfaßtheit im Weg, in der alle Bürger in
gleichem Maße am gesellschaftlichen Leben teilhaben und
über alle öffentlichen Belange souverän entscheiden
können. Dazu gehören: Volksabstimmungen zu allen
wichtigen Verträgen mit anderen Staaten, die Verfügung
über das öffentliche Eigentum, die Gestaltung der
öffentlichen Daseinsfürsorge, Kontrollkompetenzen
über den inneren Kapitalverkehr und die Gestaltung des
Arbeitsrechts.
Eine in diesem Sinne souveräne Nation bildet erst die
Grundlage für eine gleichberechtigte zwischenstaatliche
Kooperation, die zu einem sozialistischen Europa führen kann.
Nur in diesem Sinne sagen wir »Ja zu Europa«.
Dafür suchen wir die Zusammenarbeit mit allen
antimonopolistischen und sozialistischen Kräften bei uns und
in den anderen Ländern.
Die EU bedeutet Sozialabbau
Gegenwärtig führen die Regierungen aller Länder der
Europäischen Union einen Generalangriff auf die in schweren
Kämpfen erreichten sozialen Errungenschaften: durch Abbau und
Privatisierung der Sozialversicherung und der Rentensysteme, durch
Einführung von Marktgesetzen für die wesentlichen
öffentlichen Dienstleistungen und Bereiche wie Gesundheit,
Bildung, Kultur, für Gemeinschaftsgüter wie Wasser und
andere Naturressourcen, durch Deregulierung des Arbeitsmarktes. Die
EU versucht, diesen Prozeß durch verpflichtende Regelungen,
zum Beispiel durch Arbeitszeitregelungen oder die
Bolkestein-Richtlinie, die Dienstleistungen liberalisiert, zu
verfestigen, die niedrigsten Standards als verbindlich für
alle Mitgliedstaaten durchzusetzen und dadurch die Kampfkraft der
Arbeiterklasse in den einzelnen Ländern zu untergraben.
In Deutschland stehen die Agenda 2010 und die Hartz-Gesetze
für das Verarmungsprogramm und die Entrechtung der
Beschäftigten, für die Zerschlagung des Tarifsystems und
Lohndumping. Das deutsche Finanzkapital ist treibende Kraft in
diesem Prozeß, es ist daher nicht nur eine Gefahr für
die Menschen in der BRD, sondern für alle Völker Europas.
So ist beispielsweise die Erhöhung des Rentenalters auf 67
Jahre und die Spaltung der Rentenansprüche in den Regionen in
Deutschland ein Angriff auf das Rentensystem aller anderen
europäischen Mitgliedstaaten. Daraus erwächst für
die deutsche Arbeiterklasse eine besondere Verantwortung im Kampf
um die Verteidigung sozialer und demokratischer Rechte, weil jeder
Erfolg in diesem Land unmittelbar die Kampfbedingungen der
Arbeiter- und Volksbewegungen in anderen EU-Ländern
verbessert.
Als Kommunisten sehen wir deshalb unsere Aufgabe darin,
darüber aufzuklären, daß die Architekten der EU in
Berlin und in den Chefetagen des deutschen Finanzkapitals sitzen
und sich der Widerstand gegen sie richten muß. Das
heißt für uns auch, aufzuklären gegen die Demagogie
bürgerlicher und neofaschistischer Kräfte, die
Deutschland zur »Melkkuh der EU« erklären. So
leiten sie den berechtigten Unmut der Bevölkerung gegen die EU
in nationalistische und rassistische Bahnen und lenken damit vom
Hauptnutznießer der EU – dem deutschen Finanzkapital
– ab.
Die DKP kämpft für das Recht auf politischen Streik, die
Einführung eines Mindestlohns, die 35-Stundenwoche bei vollem
Lohn- und Personalausgleich, gleichen Lohn für gleiche Arbeit,
das Verbot von Ein-Euro-Jobs und Leiharbeit – Weg mit Hartz
IV!, für die Senkung des Rentenalters, den Stopp von
Privatisierungen und die Rekommunalisierung öffentlichen
Eigentums und den Ausbau eines an den Bedürfnissen der
Bürger ausgerichteten öffentlichen Dienstes.
Die EU bedeutet Bildungsabbau
Die EU hat sich zum Ziel gesetzt, das Bildungswesen den
Konzerninteressen anzupassen. Die bislang weitgehend
öffentlich organisierten Bildungssysteme sollen in einen
einheitlich strukturierten europäischen Bildungsmarkt
integriert werden. Das bedeutet in erster Linie Privatisierung.
Hochschul-, Schul- und Ausbildungsabschlüsse sollen europaweit
angeglichen werden – auf niedrigem Niveau für die Massen
und hohem für die sogenannte Elite.
Die DKP kämpft für kostenfreie Bildung für alle vom
Kindergarten bis zur Hochschule, für die Abschaffung des
dreigliedrigen Schulsystems – eine Schule für alle,
für einen freien Hochschulzugang ohne Studiengebühren,
eine Forschung und Lehre, die unabhängig von Kapitalinteressen
ist und für ein Ausbildungsgesetz, das Unternehmen
verpflichtet auszubilden.
Die EU bedeutet Militarisierung
Die EU trägt unter dem Banner »Demokratie, Freiheit und
Menschenrechte« oder »humanitärer Hilfe«
Kriege in alle Welt. Erklärtes Ziel ist der Aufbau eines
Militärapparats, der in engster Kooperation, gegebenenfalls
aber auch unabhängig von der NATO, in allen Teilen der Welt
einsatzfähig ist. Es gibt heute kaum einen geostrategisch
bedeutenden Ort in der Welt, an dem die EU nicht militärisch
agiert. Dabei wird verschwiegen, daß Krisensituationen, mit
denen die Einsätze meist legitimiert werden, durch die
imperialistischen Hauptmächte selbst geschaffen werden.
Der Lissabon-Vertrag beinhaltet eine Verpflichtung zur dauerhaften
Aufrüstung für alle EU- Mitgliedstaaten und
ermöglicht die Aufstellung eines EU-Rüstungshaushalts.
Versuche, in die Aufrüstungsverpflichtung eine bindende
Zielgröße von zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts
für Rüstungsausgaben aufzunehmen, konnten bisher nicht
durchgesetzt werden. Dies hätte für Deutschland eine
Steigerung um etwa 30 Prozent des Rüstungshaushaltes zur
Folge. Der Vertrag ermächtigt den EU-Rat zudem – unter
dem Deckmantel des sogenannten Antiterrorkampfes – zu
weltweiten Militärinterventionen auch ohne UN-Mandat.
Die DKP kämpft für den Stopp aller Auslandseinsätze
der Bundeswehr, den Stopp der Rüstungsproduktion und deren
Umwandlung in sinnvolle zivile Produktion (Konversion), die
Umverteilung des Rüstungsetats in die Bereiche Bildung und
Soziales, die Abschaffung der EU-Eingreiftruppe, den Austritt
Deutschlands aus der NATO sowie für die Einhaltung und
Weiterentwicklung der internationalen
Abrüstungsverträge.
Die EU bedeutet Demokratieabbau
Der Generalangriff auf die sozialen Rechte der Mehrheit der
Menschen wird von dem Ausbau totalitärer Sicherheitssysteme
begleitet. Überwachung und Repression sollen jeden Widerstand
im Keim ersticken. Zur Legitimierung der Aushebelung von
demokratischen Grundrechten wird die Gefahr des
»islamistischen Terrors« heraufbeschworen.
Neofaschisten werden nicht bekämpft, sondern als
Stichwortgeber genutzt und als letzte Reserve gehalten.
Auf der EU-Agenda stehen u.a. die grenzüberschreitende
Polizeiarbeit (Europol), der Datenabgleich von DNA-Analysen und
Fingerabdrücken zwischen den Mitgliedstaaten und ein
europäisches Fahndungssystem. Auf der sogenannten
EU-Terrorliste befinden sich viele linke Organisationen wie die
Kurdische Arbeiterpartei PKK oder die baskische
Untergrundorganisation ETA. Die Politik der EU wendet sich gegen
alle Organisationen, die sich gegen Ausbeutung, Unterdrückung
und die Vorbereitung neuer Kriege wenden und für die der
Kapitalismus nicht das Ende der Geschichte ist. Sozialistische und
kommunistische Organisationen werden zunehmend kriminalisiert.
Damit greift die EU rechte Traditionen europäischer
Regierungen wieder auf wie das Verbot fortschrittlicher
Organisationen in Spanien unter Franco und unter den griechischen
Obristen. Vor diesem Hintergrund kam es 1956 auch zum bis heute
gültigen Verbot der KPD in Deutschland. In diesem Zusammenhang
steht auch das Verbot des tschechischen kommunistischen
Jugendverbandes KSM. Die Erinnerungen an die Traditionen des
antifaschistischen Kampfes und des sozialistischen Aufbaus sollen
beseitigt werden. Der deutsche Innenminister Wolfgang Schäuble
(CDU) ist stets Antreiber bei der Perfektionierung der repressiven
EU-Sicherheitspolitik – nicht zuletzt durch seine Forderung
nach einem Bundeswehreinsatz im Innern.
Die DKP kämpft für das Verbot von Schnüffelei und
Onlinedurchsuchungen, den Stopp der Angriffe auf das
Versammlungsrecht, die Abschaffung des Paragraphen 129a und b StGB
(Vorwurf der Bildung einer terroristischen Vereinigung), die
Legalität aller kommunistischen Parteien und Organisationen,
das Verbot des Bundeswehreinsatzes im Innern und für das
Verbot und die Auflösung aller neofaschistischen Parteien und
Organisationen.
Die EU bedeutet Abschottung
Die EU-Außengrenzen werden durch die militärische
Grenzschutzagentur Frontex vor dem selbstgeschaffenen
Flüchtingsstrom gesichert. Mindestens 10000 Menschen starben
in den vergangenen zehn Jahren bei dem Versuch, das Mittelmeer zu
überqueren. Im »EU-Pakt zu Asyl und Zuwanderung«
wird die tödliche Abschottungspolitik festgeschrieben. Nur
wirtschaftlich verwertbare Migranten sollen zeitlich begrenzt in
die Mitgliedstaaten gelassen werden. Flüchtlinge, denen es
dennoch gelingt, die Grenzen Europas zu überwinden, wird durch
Sondergesetze ein Leben in Würde versagt.
Die DKP kämpft für die Wiederherstellung des Rechts auf
Asyl, das Bleiberecht für alle hier lebenden Flüchtlinge,
gleiche Rechte aller in der BRD lebenden Menschen, die Abschaffung
der menschenfeindlichen Abschiebepraxis und der Sondergesetze und
für die Abschaffung der militärischen Grenzschutzagentur
Frontex.
Für eine Volksabstimmung über den Lissabon-Vertrag!
Für ein linkes und antimonopolistisches Nein zur
EU-Mitgliedschaft Deutschlands!
Wählt DKP! Eine Stimme für die DKP ist eine Stimme gegen
die EU!