Sara Flounders
Grant-Park, Chicago, 4.November 2008: Barack Obama wird Präsident der USA
Foto: AP
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Sara Flounders ist eine bekannte US-amerikanische
Antikriegsaktivistin. Sie leitet das International Action Center
(IAC), eine vom ehemaligen US-Justizminister Ramsey Clark
gegründete Organisation. Hier koordiniert sie das
»Depleted Uranium Project«, eine gegen die Verwendung
von abgereichertem Uran gerichtete Initiative. 1992 organisierte
sie die internationalen Tribunale gegen US-Kriegsverbrechen im
Irak, 2000 war sie am Internatioalen Tribunal für US- und
NATO-Kriegsverbrechen in Jugoslawien maßgeblich beteiligt.
Sie ist Autorin und Mitherausgeberin zahlreicher Bücher, z. B.
»Palestine & Lebanon at the Crossroads:
Occupation and Resistance« (2008), »We Won’t
Go: The Truth on Military Recruiters and the Draft – A Guide
to Resistance« (2006)
Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht sind besonders bekannt für
ihren Beitrag zur Idee des »revolutionären
Defätismus«, d. h. das bewußte Eintreten für
die Niederlage der eigenen herrschenden Klasse im imperialistischen
Krieg. Wir als Revolutionäre wollen nicht, daß die
herrschende Klasse in irgendeinem imperialistischen Krieg
erfolgreich ist. Denn Krieg stärkt ihre Macht über die
Arbeiterklasse im eigenen Land und die Reaktion. Wir sind in dieser
Angelegenheit nicht neutral oder halbherzig. Wir wollen, daß
sie unterliegen. Natürlich trug der russische
Revolutionär Lenin viel zu dieser Idee bei.
Zunächst möchte ich aber sagen, daß wir im
International Action Center die Zeitung junge Welt kennenlernten,
als die USA und die NATO eine 78tägige Bombardierung dessen
begannen, was von der Sozialistischen Föderation Jugoslawien
übriggeblieben war. Einer Ihrer Redakteure berichtete aus
Belgrad, und wir verließen uns auf Ihre Nachrichten, Ihre
Analyse, um in diesen schwierigen Tagen die Isolierung zu
durchbrechen. Seit dieser Zeit gab es weitere Kriege und politische
Krisen, von Irak bis Afghanistan, von Georgien bis Libanon, und wir
haben uns immer auf die junge Welt verlassen, um die
fortschrittlichsten Stimmen aus Deutschland wiederzugeben, und um
uns über Entwicklungen in Europa und in Deutschland zu
informieren – von Hartz IV bis zu den antifaschistischen
Protesten und dem Kampf gegen die wachsende Rolle der
Bundeswehr.
Gegen Selbstbestimmung
Heute sind wir mit einem neuen Krieg konfrontiert, der gegen die
Zivilbevölkerung geführt wird. (…) Der israelische
Siedlerstaat hat mit Unterstützung der USA-Regierung und dem
Segen der Bush-Administration dichtbesiedelte Gebiete bombardiert,
den Gazastreifen. Gaza hat ungefähr die Größe und
die Bevölkerung der östlichen Hälfte von Berlin. Von
seinen 1,5 Millionen Einwohnern sind 800000 Kinder. Israel ist
jetzt einmarschiert und schlachtet diese Kinder ab. (…)
Morgen, in der Demonstration für Rosa Luxemburg und Karl
Liebknecht, sehen wir sicher viele Poster, die zur Solidarität
mit Palästina aufrufen, Solidarität mit dem Volk von
Gaza. Das ist auch eine Art von »revolutionärem
Defätismus«, und die beiden Revolutionäre
wären stolz darauf, könnten sie das sehen, weil dies
Bekundungen für die Niederlage des Weltimperialismus und
seines lokalen Agenten, des israelischen Militärs, sind.
Ich nehme an, daß die Medien und die Politiker hier genauso
lügen wie in den USA. Sie verleumden die Hamas, nennen sie
»Terroristen«. Hamas ist eine Massenorganisation, die
tiefe Verbindungen zur gesamten palästinensischen
Bevölkerung hat. Mit großer Mehrheit haben die
Palästinenser Hamas gewählt, um sie zu vertreten. Danach
beschlossen die USA und Israel, daß die Palästinenser
falsch gewählt hatten, und sie versuchen seitdem, Hamas zu
zerstören. Zuvor wandten sich USA und israelischer Staat in
derselben Weise gegen die Fatah und gegen die PLO.
Washington und Tel Aviv wollen jegliche Organisation
zerstören, die für die palästinensische
Selbstbestimmung kämpft – und die EU will das auch.
Warum? Weil der palästinensische Kampf und besonders Gaza 60
Jahre lang ein herausragendes Beispiel für den Widerstand
gegen Besatzung sind. Ein Beispiel nationaler Befreiung für
die ganze Welt. Die Imperialisten hoffen, daß sie durch die
Vernichtung der zivilen Bevölkerung diesen Kampf lähmen
und Millionen demoralisieren können. (…)
Wir wissen, daß die Israelis den Krieg Monate, wenn nicht
Jahre im voraus geplant haben. Wir wissen, daß Israel Gaza 18
Monaten lang unter Belagerung hielt, eine Kriegshandlung. Wir
wissen, daß Belagerung bedeutet, daß es keinen
wirklichen Waffenstillstand gibt, und daß die Raketen
lediglich eine Rechtfertigung für die israelische Propaganda
sind. Die Palästinenser in Gaza haben jedes Recht, Raketen
abzufeuern und Tunnel zu graben gegen Iraels Belagerung und
Aushungern. Wir müssen dieses Recht verteidigen! Sie feuern
Raketen gegen Hundert-Tonnen Bomben ab, gegen F-16-Jäger,
gegen Panzer – alle von den USA an Israel geliefert.
Sie haben es von ihren eigenen Menschenrechtsaktivisten gehört
wie Norman Paech, dessen Rede auf der Hamburger Demonstration in
der jungen Welt auszugsweise veröffentlicht war. Er sagte,
daß ein Volk unter Besatzung, das von Palästina, das
Recht auf Widerstand hat. Und ich würde hinzufügen: So
wie auch die Irakis und die Afghanen das Recht haben, sich gegen
die USA und die NATO-Besatzung zu wenden, genauso wie die
Vietnamesen das Recht hatten, ihr Land zu befreien, genauso wie die
Jugoslawen das Recht hatten, sich gegen die deutsche Besatzung zu
wehren und auch wie das Warschauer Ghetto das Recht hatte, die
Nazis mit allen zur Verfügung stehenden Waffen zu
bekämpfen.
Heute ist Gaza das Warschauer Ghetto.
Fehlschläge Bushs
In den USA, wo die Bevölkerung den größen
Lügen der großen Medien ausgesetzt ist und wo sowohl
Republikaner als auch Demokraten Pro-Israel-Parteien sind, gingen
Zehntausende von Menschen auf die Straße, um gegen das
Gemetzel in Gaza zu protestieren. (…) Sie wissen, daß
wir auch 2002 und 2003 aufmarschierten, als wir versuchten, die
Invasion des Irak zu stoppen. Aber es gibt Unterschiede zwischen
damals und heute. Ein Unterschied ergibt sich aus dem Fehlschlagen
des Plans der Bush-Administration zur Eroberung des Irak und von
Afghanistan sowie der US-israelischen Niederlage im Libanon. Es gab
eine schwerwiegende Schwächung der US-Vorherrschaft über
die Welt. Ein weiterer Unterschied, der auf der ganzen Welt zu
spüren ist, ist, daß wir uns am Anfang der ernstesten
kapitalistischen Wirtschaftskrise seit den 30er Jahren des 20.
Jahrhunderts befinden. Niemand glaubt mehr daran, daß das
kapitalistische System stabil und unser Leben sicher ist.
Vor sechs Jahren, als die Bush-Gang über ihren Weg in den
Krieg log, unterstützte das gesamte herrschende Establishment
– Generäle, Politiker beider Parteien und die Medien
– den Feldzug. Die Wahrheit ist, daß den großen
Unternehmen der Mund w�ßrig wurde wegen des Profits
und der Beute durch einen schnellen US-Sieg im Irak. Sechs Jahre
später ist dieser »schnelle Sieg« zu einem
langfristigen Debakel für den US-Imperialismus geworden. Der
entschlossene Widerstand des irakischen Volkes hat die
Schwäche des Pentagon bloßgestellt, das seine
Bodentruppen bis an die Belastungsgrenzen strapaziert und sie
demoralisiert hat.
Die herrschende Klasse der USA unterschätzte die Irakis, so
wie die Nazis die Sowjetunion 1941 unterschätzten. Trotz der
unglaublichen Überlegenheit der US-Waffen, trotz der
mangelnden Unterstützung durch Nachbarländer, trotz der
Ermangelung einer sicheren Basis, von wo aus der politische Kampf
hätte organisiert werden können, trotz der
Schwierigkeiten, eine vereinte nationale Befreiungsfront zu
etablieren, trotz all dieser Probleme hat der irakische Widerstand
die US-Besatzer zum Stillstand gebracht. Es gibt keine stabile
Marionettenregierung, die den Irak für den US-Imperialismus
kontrollieren könnte. Die Welt schuldet in der Tat dem
irakischen Volk sehr viel. Sein Widerstand hat nicht nur die Ehre
des Irak verteidigt, sondern auch das Pentagon entmutigt, weitere
Aktionen zur Eroberung und Besetzung von Territorien zu
beginnen.
Der Widerstand im Libanon 2006 gegenüber der israelischen
Invasion war ein weiterer Schlag gegen den US-Imperialismus und
seinen israelischen Satellitenstaat in der Region.
Washingtons Strategen sahen auch nicht den Widerstand der Afghanen
vorher. Sie meinten, daß Afghanistan leicht zu besetzen sei.
Sie überließen den Krieg den NATO-Verbündeten,
stationierten Truppen in einigen Militärbasen und kauften
einige Warlords. Es gab keinen Wiederaufbau. Sie
veröffentlichten einige Pressemitteilungen, in denen die
Befreiung der Frauen und der Bau von Schulen versprochen wurde, und
gingen dann zum nächsten Krieg über. Die Vereinigten
Staaten haben jetzt die Kontrolle über Afghanistan und ganze
Teile von Pakistan verloren, ein nuklear bewaffnetes Land mit 170
Millionen Einwohnern. Die einzige Antwort des USA-Militärs
ist, noch mehr Bomben zu werfen, mehr Raketen abzufeuern und mehr
Hochzeitsgesellschaften umzubringen. Sie möchten, daß
die NATO-Verbündeten mehr Truppen und mehr Kanonenfutter
schicken als Preis für die Teilung der Beute, die die
mächtigen Länder dem Rest der Welt mit Hilfe der
Kontrolle von Investitionen, Märkten und der
militärischen Macht stehlen.
Antiislamischer Rassismus
Sarah Flounders
Foto: Gabriele Senft
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Die endlosen Kriege sind ein unlösbarer Widerspruch für
den US-Imperialismus. Es ist ein System, das nicht ohne Krieg und
Militarismus überleben kann. Aber sie stellen fest, daß
in diesen Kriegen nicht mehr die Oberhand gewinnen. Die Tage des
Kolonialismus sind vorbei. Ihre Industrie benötigt die
gigantischen Subventionen des Militärbudgets, um zu
überleben. Aber die Kosten beeinträchtigen jeden anderen
Aspekt der kapitalistischen Wirtschaft. Die Reichen und
Mächtigen in den USA, die Banken und die Industrieunternehmen,
haben ihre Tentakeln in der ganzen Welt. Sie intervenieren in
Lateinamerika, sie bewaffnen das reaktionäre Regime in
Kolumbien, damit es in Südamerika dieselbe Rolle spielt wie
Israel in Westasien.
In Ostasien ist zu sehen, wie die USA versuchen, China einzukreisen
und das Land durch die Unterstützung separatistischer
Kräfte bedrohen. In Afrika rangeln die USA, Frankreich und
Großbritannien, aber auch Deutschland und Belgien um
Positionen, und die USA versuchen, militärisch Fuß zu
fassen. In Osteuropa und der ehemaligen UdSSR hat es schon zwei
Kriege gegeben, in Jugoslawien und Georgien, die Teil der
NATO-Expansion waren.
Aber die schlimmsten Schlachten wurden in West- und in Zentralasien
geschlagen. Die militärischen Interventionen und Okkupationen
dauern jahrelang an. Der Widerstand gegen die Wiedereroberung der
kolonialen Region ist hier am stärksten. Und an dieser Stelle
möche ich noch einmal die Idee des »revolutionären
Defätismus« einbringen, denn hier steht die Frage
politisch am schärfsten. Alle progressiven,
antiimperialistischen Gruppen in diesen Ländern –
Libanon, Palästina, Irak, Afghanistan – nehmen am
Widerstand gegen die Besatzung teil. Aber im Unterschied zu der
Zeit vor 1989 sind es nicht die kommunistischen und sozialistischen
Kräfte, die diesen Widerstand führen. Es sind sehr oft
religiöse islamische Organisationen. Die Propagandamaschinerie
in Europa und in den USA dämonisiert sie, und im Fall von Iran
dämonisiert sie die Regierung und versucht, jede Spur von
Solidarität auszulöschen. Wir müssen bewußt
den antiislamischen Rassismus bekämpfen. Er durchdringt die
Medien, durchtränkt die Schulen und die gesamte
Massenkultur.
Für progressive und revolutionäre Menschen »im
Norden«, in dem, was Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht die
imperialistischen Ländern nennen würden, ist die einzig
annehmbare Haltung, in all diesen Konfrontationen für die
Niederlage der USA und der NATO und ihres Juniorpartners Israel zu
sein. Das hat nichts zu tun mit Unterstützung der Ideologie
derer, die den Widerstand anführen. Aber wir können uns
nicht für dumm verkaufen lassen, etwa indem wir dazu gebracht
werden zu denken, daß eine US- oder NATO-Intervention
Fortschritt in irgendeiner Region bringen könnte. Wir
müssen uns gegen die Intervention wenden und für ihre
Niederlage arbeiten.
Der Imperialismus führt keine »humanitären«
Kriege. Der Imperialismus ist ein Bollwerk. Er ist ein Bollwerk der
Reaktion, des Rassismus und feudaler Rückständigkeit.
(…)
Widersprüche Obamas
Jetzt als letzten Punkt zu den USA-Wahlen und was sie für
Europa und die Welt bedeuten. Mumia Abu-Jamal hat bereits
ausgezeichnet etwas dazu gesagt. Ich möchte noch folgende zwei
Bemerkungen machen:
1. Barack Hussein Obamas Wahl zum US-Präsidenten bedeutet eine
Fortsetzung der proimperialistischen Politik im Ausland und der
prokapitalistischen Politik zu Hause.
2. Die Wahl eines Afroamerikaners zum USA-Präsidenten bedeutet
einen Fortschritt in den USA und eine Chance, den Kampf der
Arbeiter und der Armen voranzubringen.
Beide Bemerkungen sind richtig. Beide stehen im Widerspruch
zueinander, aber sie schließen einander nicht aus. Sie
koexistieren. Sie sind widersprüchlich, weil Obamas Kampagne
und seine Wahl widersprüchliche Ereignisse waren. Hier kommt
die Wissenschaft der Dialektik ins Spiel, um diese neue
Realität zu verstehen.
In Berlin wurde Obama mit einer gewaltigen
Unterstützungskundgebung begr�ßt. In Westeuropa
stellten fast alle Parteien Obamas Sieg so dar, als ob er eine
Veränderung der Natur der USA darstellte. Obama war der
Anti-Bush. Washington sei jetzt offen für Diskussionen mit
seinen europäischen Verbündeten. Es sei für die
Europäer nicht länger notwendig, behaupteten sie, gegen
die USA zu sein. Das war natürlich falsch. Das herrschende
Establishment kontrolliert die nationalen Wahlen in den USA. Es
gibt selbstverständlich Unterschiede in der Zusammensetzung
der republikanischen und der demokratischen Partei, aber beide
dienen den Interessen der Reichen und Mächtigen, und beide
haben die USA in Aggressionskriege von Korea bis Vietnam, bis Irak
und Afghanistan geführt. Viele der Reichen und Mächtigen
in den USA haben Obamas Kampagne unterstützt, weil sie eine
Regierung wollten, die in einem europäischen Parlament eine
»große Koalition« wäre – solch eine,
wie Sie sie hier haben. In den USA schließt eine solche
Koalition die gesamte demokratische Partei ein, besonders den
Clinton-Flügel. Aber auch viele Republikaner gehören
dazu. Nur die völlig diskreditierten extremen Rechten sind
ausgeschlossen. Aber ein großer Teil des Establisments hat
Obama unterstützt, weil sie meinten, daß er am
fähigsten sei, diese breite prokapitalistischen
Koalitionsregierung anzuführen.
Die Menschen der Welt, einschließlich 70 Prozent der
Einwohner der USA, hassen Bush und seine Gang. Bush hat auch den
Niedergang der USA-Hegemonie angeführt als Ergebnis der
fehlgeschlagenen Kriege in Irak und Afghanistan. Die Reichen und
die Mächtigen in den USA hoffen, daß das Team von Obama
diesen Niedergang drehen kann. Die Obama-Kampagne, das Programm
beinhaltet, daß Truppen aus dem Irak zurückgezogen
werden und mehr Truppen nach Afghanistan geschickt werden. Aber was
die Regierung von Obama wirklich tun wird, das wissen wir noch
nicht.
Das Risiko eines neuen USA-Krieges besteht weiterhin. Die
fortschrittliche Bewegung muß bereit sein, jede Wendung in
Richtung Krieg zu bekämpfen. Obamas Administration wird auch
nach Wegen und Mitteln finden, zur Beendigung der Krise
Bundesgelder in die kapitalistische Wirtschaft zu injizieren, ohne
die grundlegende Natur des Systems zu verändern.
Massenbewegung
Was aber ist der andere Teil des widersprüchlichen Charakters
von Obamas Wahlsieg? Warum meinen Organisatoren der Arbeiterklasse
in den USA, daß seine Wahl eine Ereignis ist, das helfen
könnte, die Arbeiter zu einigen? Vor allem ist die Wahl eines
afrikanisch-amerikanischen Politikers in das mächtigste Amt
der USA ein atemberaubender Fortschritt. Auf 250 Jahre Sklaverei
folgten 150 Jahre institutionalisierter Rassismus. Das Wahlrecht
für Schwarze wurde in vielen Bundesstaaten erst nach sehr
harten Kämpfen in den 60er Jahren gewonnen. Die Polizei und
organisierte Rassisten brachten Menschen um, die um dieses Recht
gekämpft haben. Es wird immer noch durch Gesetze
eingeschränkt, die Afroamerikaner diskriminieren.
Institutioneller Rassismus bringt mehr schwarze Jugendliche ins
Gefängnis als in Universitäten. Obamas Wahl war ein
großer symbolischer Schritt nach vorn.
Obwohl Obama die teuerste Wahlkampagne aller Zeiten bestritt, mit
großer Unterstützung vieler, die über Geld und
Macht verfügen, konnte er die Wahl nur durch die Mobilisierung
einer Massenbewegung gewinnen. Viele Afroamerikaner,
einschließlich älterer Menschen, die politikverdrossen
waren, haben zum ersten Mal und mit stolz in ihrem Leben
gewählt. Obama hat einmütige Unterstützung von der
Black Community, von der Schwarzen Nation, erhalten, die in dieser
Wahl einen Ausdruck ihrer Selbstbestimmung sah. Obama bekam auch
zwei Drittel der Stimmen der Lateinamerikaner. In den Wahlen gingen
Millionen Menschen von politischer Apathie zu politischer
Aktivität über. Obamas Sieg führte zu
Massenfestivals. Hunderttausende versammelten sich in Chicago, in
Harlem, New Orleans, und anderen US-Städten. (…)
Diese zwei Seiten des Obama-Phänomens werden weiter eine Rolle
spielen, wenn der neue US-Präsident sein Amt übernimmt
und seine Regierung zu tun hat, um die sich vertiefende
kapitalistische Wirtschaftskrise im Zentrum des Weltimperialismus
zu managen. Einerseits wurden die Massen von der Wahlkampagne zur
Wahl des ersten schwarzen Präsidenten mitgerissen. Sie
unterstützten die Demokratische Partei, eine Partei von
Ausbeutern und Unterdrückern. Andererseits ließ die
Kampagne für Veränderung jedoch auch neue Hoffnungen
wachsen, schuf Optimismus, erhöhte die Moral der Arbeiter
– eine Stimmung, die für einen Übergang zu einem
aktiven Kampf gegen das System und dessen Verteidiger innerhalb der
Demokratischen Partei nötig ist.
Zum Abschluß: Es wäre töricht, wenn
fortschrittliche Europäer oder US-Bürger fundamentale
Veränderungen erwarteten. Aber es wird nicht nur einfach eine
Fortsetzung der Bush-Politik geben. Wir sollten neue Wege der
Zusammenarbeit finden – für einen Boykott israelischer
Waren, für die Rücknahme von Investitionen und für
Anklagen wegen Kriegsverbrechen gegen seine Führer und alle
Regime, die Israels Kriegsverbrechen unterstützten. Wir
sollten aktiv zusammenarbeiten, um die Okkupation des Irak durch
die USA und die Afghanistans durch die NATO zu beenden, und wir
sollten zusammenarbeiten zur Auflösung der NATO.
Verteidigt Palästina! Lang leben die Widerstandsbewegungen der
Völker! Lang lebe die internationale Solidarität!