Als Rosa Luxemburg die Wendung »Sozialismus oder
Barbarei« auf dem Gründungsparteitag der KPD zu Beginn
des Jahres 1919 verwendete, hatte sie die Urkatastrophe der neueren
Geschichte, den vom deutschen Kaiserreich angezettelten Ersten
Weltkrieg, vor Augen. Der »Krieg gegen den Terror«
dauert nun zehn Jahre, er ist verbunden mit einer globalen Krise,
die noch mehr Hunger, Armut und Massenarbeitslosigkeit als im
gewöhnlichen Kapitalismus zur Folge hat. Es droht die
Gefahr eines Zivilisationsbruchs, wenn er nicht schon eingetreten
ist. Die Partei Die Linke hat sich im Oktober 2011 in Erfurt ein
Programm gegeben, das einige Obertanen hierzulande zu
Veitstänzen reizte, weil es die Eigentumsfrage aufwarf und am
Ziel Sozialismus festhielt. Sympathisanten kritisieren, daß
die Wege zur Überwindung des Kapitalismus nur unklar,
vieldeutig und verschwommen beschrieben werden. Antikapitalismus in
der Rhetorik und Anpassung in der Praxis? Ist das Programm den
Erfordernissen adäquat?
- Heinz Bierbaum - stellvertretender Vorsitzender der Partei Die
Linke, Professor für Betriebswirtschaft an der Hochschule
für Technik und Wirtschaft des Saarlandes und Leiter des
hochschulansässigen INFO-Instituts
- Georg Fülberth - emeritierter Professor für
Politikwissenschaft
- Dietmar Dath - Autor und Journalist
- Jutta Ditfurth - Publizistin, Buchautorin und Stadtverordnete
von ÖkoLinX-ARL im Frankfurter Römer
Moderation: Arnold Schölzel, Chefredakteur junge Welt