
Mumia Abu-Jamal / Bolschewistische Kurkapelle Schwarz-Rot / Paul Cockshott / Dr. Seltsam / Hans Heinz Holz / Angela Klein / Oskar Lafontaine / Eugenio Suárez Pérez / Günter Schumann / Heinz Dieterich Steffan
Wirtschaftlich war 2005 für den Kapitalismus ein gutes Jahr. Nach den historisch einmaligen Rekordgewinnen von 2004 ging es vor allem bei den transnationalen Konzernen noch einmal aufwärts. Politisch ist die Bilanz getrübt: Der EU-Verfassungsvertrag wurde in Frankreich und den Niederlanden abgelehnt – eine saftige Ohrfeige für das Vorhaben, mit den USA wirtschaftlich gleichzuziehen und dafür die Sozialstandards ins Unterirdische zu senken. Das Ergebnis der vorgezogenen Bundestagswahlen in Deutschland kann als Absage an einen neoliberalen Crashkurs interpretiert werden. George W. Bush sitzt politisch und militärisch mit seinen Truppen im Irak in einer Sackgasse. All das bestätigte einen Satz von Rosa Luxemburg aus dem Jahr 1916, wonach »nichts verhängnisvoller« wäre als »die geringste Illusion und Hoffnung auf die Möglichkeiten einer idyllischen und friedlichen Weiterentwicklung des Kapitalismus«.
Immer deutlicher zeigen sich die Grenzen des seit 1990 entfesselten globalen Kapitalismus. Höchste Zeit, sozialistische Alternativen stärker ins Gespräch zu bringen. Heinz Dieterich Steffan und Paul Cockshott stellen Überlegungen und Berechnungen vor, nach denen der Sozialismus mittlerweile nicht nur dringender, sondern auch besser und einfacher zu realisieren ist als je zuvor. Ihre Beiträge werden von unterschiedlichen linken Standpunkten aus kritisiert und beurteilt. Wobei jeder Referent sich auch auf eigene Vorstellungen zur sozialistischen Perspektive beziehen wird.
Die Karten für die deutsche Linke sind neu gemischt. Auf der Liste der Linkspartei.PDS zogen am 18. September 54 Abgeordnete in den Bundestag. Eine Voraussetzung für diesen Erfolg war die zunächst belächelte außerparlamentarische Bewegung gegen die »Agenda 2010« – Montagsdemonstrationen, Gewerkschaftsinitiativen und die Sozialforumsbewegung.
Die große Koalition will die Politik zur Ausplünderung der Arbeitslosen, Rentner, Patienten und aller Lohnabhängigen noch verschärfen. Sie kündigt Maßnahmen an, die den Notverordnungen in der Weimarer Republik während der Weltwirtschaftskrise gleichen. Eine andere Politik ist nötiger denn je.
Vom Zusammenwirken der außerparlamentarischen Opposition und der parlamentarischen Linken hängt ab, ob aus Protest Widerstand werden kann, ob die Interessen der Lohnabhängigen, der Jugend, der Älteren und der Frauen in der Bundesrepublik endlich zur Geltung gebracht werden können. Welche Ziele müssen dafür formuliert werden? Welche Strategie ist nötig? Das ist das Thema der Podiumsdiskussion auf der XI. Rosa-Luxemburg-Konferenz.
Mit Hans Heinz Holz, Angela Klein (Mitorganisatorin der Euromärsche), Oskar Lafontaine, Heinz Dieterich Steffan
Moderation: Arnold Schölzel, Chefredakteur der jungen Welt, Jürgen Elsässer, Autor, junge Welt
Unbeeinflußt von Galeristen oder Moden arbeitet der Bildhauer Günter Schumann aus Holzstämmen seine Skulpturen heraus. Und die haben mehr mit der Wirklichkeit zu tun, als Schumanns Kritiker ertragen wollen. »Für mich ist das Lebensbewältigung«, sagt er. »Ich muß ja mit solchen Dingen wie Bad Kleinen, Abu Ghraib und Afghanistan klarkommen.« Seit 1996 lebt Schumann im mecklenburgischen Woserin.
In diesem Jahr wird auf der Konferenz die Trennung von Kultur und Politik aufgehoben. Es gibt kein abendliches Kulturprogramm, sondern Kultur wird mit eigenen Beiträgen die Konferenz direkt bereichern. Einer davon kommt von der genialen Berliner Bolschewistischen Kurkapelle. Ihr Repertoire umfaßt u. a. bearbeitete Arbeiterkampflieder, Werke von Eisler/Weill, Theater- und Filmmusiken, Jazz, Blasmusik, Schlager, Opern, elektrisch verstärkte revolutionäre Hymnen aus Ost und West, aus Nord und Süd. Antikonsenspolka auf höchstem Niveau. Die ideale Musik zur Konferenz.
Vorträge und Podiumsdiskussion: 12 Euro/ermäßigt 9 Euro
Karte nur Podiumsdiskussion: 5 Euro/ermäßigt 4 Euro
Weitere Infos und Kartenbestellungen unter Tel. 0 30/53 63 55-10 oder unter www.jungewelt.de oder www.rosa-luxemburg-konferenz.de