
„Die Ordnung herrscht in Berlin“. Das verkündeten bürgerliche Presse, die SPD-“Volksbeauftragten“ Ebert, Noske und ihr Militär im Januar 1919 nach dem Abschlachten der aufständischen Arbeiter in der deutschen Hauptstadt. Am 14. Januar 1919 veröffentlichte Rosa Luxemburg einen Artikel unter dieser Überschrift in der Roten Fahne. Am Ende des Textes ruft die Revolutionärin den Siegern zu: „Ihr stumpfen Schergen! Eure 'Ordnung' ist auf Sand gebaut.“
Die Liste der Konterrevolutionen, in denen „Ordnung“ wiederhergestellt wurde, war in Deutschland stets länger als die der Revolutionen. Gegenwärtig scheint dies weltweit zu gelten. 1990 verkündeten die Sieger im Kalten Krieg nicht nur den Marsch in eine neue „Weltordnung“, sondern auch das „Ende der Geschichte“. Daraus wurde die „Ordnung“ zwischen Nord und Süd, zwischen Arm und Reich, die „Ordnung“ in Falludscha, in Guantánamo Bay und die von „Hartz IV“. Die Bundeswehr rüstet für Kolonialkriege, der Innenminister möchte Geheimdienste und Polizei auch offiziell unter ein Dach bringen, dem Unmut über sozialen Raubbau wird mit „Patriotismus“ und „islamischer Bedrohung“ begegnet. Sozialabbau, verstärkte Repression und rassistische Demagogie sind ein Dreiklang zur „neuen Weltordnung“. Dem Krieg nach innen entspricht der Krieg nach außen. Die Referentinnen und Referenten der X. Rosa-Luxemburg-Konferenz werden darüber sprechen, wo die Grenzen dieser Ordnung liegen, worauf sie gebaut wurde und wie fest ihre Fundamente sind.
Moderation: Arnold Schölzel | Chefredakteur junge Welt
Eine wirkungsvolle internationale Bewegung gegen die Weltordnungskriege und die mit ihnen einhergehende Pulverisierung des Rechts auf Leben und auf soziale Menschenrechte ist nicht sichtbar. Dennoch gab es seit Seattle 1999 die Kette der Großdemonstrationen gegen das Kartell der Mächtigsten, dennoch gingen im Februar 2003 weltweit gleichzeitig so viele Menschen gegen einen drohenden Krieg auf die Straße wie nie zuvor in der Geschichte. Der illegale Krieg gegen den Irak wurde dadurch nicht verhindert, aber der Protest hindert die Regierungen zahlreicher Länder bis heute, die USA bei ihrem Feldzug offen und massiv zu unterstützen. Militärische Angriffe des Nordens auf den Süden beschleunigen die politische Umgruppierung in der Welt.
Kann der Widerstand gegen Krieg und weltweiten sozialen Raubmord nur auf nationaler Ebene organisiert werden? Oder gibt es Chancen, Bündnisse zu verbreitern, sich auf internationaler Ebene stärker zusammenzuschließen? Was ist das gemeinsame Ziel derjenigen, die gegen Krieg und Ausplünderung aufstehen – in der Bundesrepublik und anderswo? Das soll Inhalt der Podiumsdiskussion mit den deutschen und den internationalen Gästen der X. Rosa-Luxemburg-Konferenz sein.
Moderation: Dr. Seltsam
Jazz-Orchester Prokopätz, Leitung Hannes Zerbe: Eisler-Material
u.a.
Das Jazzorchester Prokopätz ist eine unangepaßte Big-Band-Besetzung
und seit über zehn Jahren fester Bestandteil der Berliner Jazzszene. Prokopätz
setzt mit seinem ständig wachsenden Repertoire auf musikalische Brüche:
Rock, Swing und Funk sind darin genauso enthalten wie komplizierte Rhythmik,
gesungener und gesprochener Text, Marsch, Walzer und freie Improvisationen.
Die von Hannes Zerbe arrangierten Kompositionen stammen von Eisler und Weill
bis zu Breuker und Zerbe.
Chumbawamba (acoustic): English Rebel Songs 1381-1984 u.a.
Chumbawamba „a capella“ - das sind fünfteilige Harmonien, sanfte
Stimmen mit minimaler instrumentaler Begleitung (akustische Gitarre, Akkordeon,Trompete),
die internationales, radikales Liedgut der Gegenwart und Vergangenheit präsentieren.
Chumbawamba entschieden sich in akustische Richtungen abzubiegen, als sie 1998
ihr Album „English Rebel Songs 1381-1984“ (Englische Rebellenlieder)
neu aufnahmen. Jenseits der Verlogenheit des von der Unterhaltungsindustrie
fabrizierten Pop führen die fünf Musiker die Tradition weiter, Musik
als Waffe zu benutzen und gleichzeitig als Chronik des alltäglichen Lebens.
Zahlreiche Stücke von „Anarchy“, „Readymades“ und
des aktuellen Albums „UN“ wurden auf das Wesentliche reduziert und
in das Akustik-Set eingebaut. Ein Muß für jeden neugierigen Fan von
Folk- und „a capella“-Musik.