Konferenz 2016

»Entschärfte« Hetze: Bild.de am Sonntag abend. Screenshot: jW

Die meisten Medien haben am Wochenende die Rosa-Luxemburg-Konferenz mit ihren 2.600 Teilnehmern totgeschwiegen. Eine Ausnahme war das Boulevardblatt Bild, dessen Onlineausgabe sich statt dessen in übler Hetze gegen die Konferenz übte. Unter der Überschrift »Aufruf zum Krieg gegen die Ukraine: Linken-Paar auf Radikalen-Konferenz« regen sich in dem Artikel Peter Tiede und Michael Hübner vor allem über die Liveschaltung zu Alexej Markow in den Donbass auf: »Der Leipziger Linke-Lokal-Politiker und Stadtrat Alexej Danckwardt, der übersetzt hatte, sandte noch eine eigene Botschaft hinterher: Er rief offen zur Unterstützung der terroristischen Vereinigung auf. Er hoffe, dass der Terrorführer aus dem Donbass für seinen Krieg gegen die Ukraine die nötige Unterstützung bekomme. Danckwardt rief auf offener Bühne dazu auf, diesen Kampf zu unterstützen.

Dass da der Anführer einer terroristischen Vereinigung zugeschaltet war, interessierte niemanden. ›Junge Welt‹-Chefredakteur Arnold Schölzel (68, einst Stasi-IM ›André Holzer‹) von BILD auf den Aufruf zur Unterstützung der Terror-Truppe angesprochen: ›Ich sehe da kein Problem.‹ Auch nicht, dass die Markow-Truppe auf der Sanktionsliste der EU steht? ›Nein. Das ist eine Liste, aufgestellt von Regierungen, die täglich Staatsterrorismus ausüben ...‹«

Hauptsächlich ging es dem Autor und seinem Kameramann darum, die Linken-Fraktionsvorsitzende Sahra Wagenknecht, die auf der Konferenz sprach, und deren Ehemann Oskar Lafontaine, der als Zuhörer Gast war, zu attackieren. Beide ließen sich auf die Provokation nicht ein. Und Stunden später merkte auch Bild, dass der Hetzbeitrag offenkundig falsch war. Die Überschrift wurde eilig geändert in »Ukraine-Separatist zugeschaltet. Was wollte das Linken-Paar auf der Tagung?«

In der Montagausgabe der Tageszeitung junge Welt kommentiert Arnold Schölzel: »Wer dieser Volksgemeinschaft nicht zugehört, gilt nicht als Mensch. Wird sein Herkunftsland durch deren Militär bombardiert, ist sein Recht auf Anerkennung als Flüchtling gering. Wer es lebendig bis in die Bundesrepublik schafft, hat es mit einem öffentlichen Dienst zu tun, der kaputtgekürzt wurde, und mit jenen, die in Leitmedien oder auf Straßen von einer ›Islamisierung‹ oder gleichsam angeborenem Antisemitismus faseln. (...)

Wer dagegen die soziale Frage und die nach Frieden stellt, rechnet richtigerweise nicht auf mediale Resonanz beziehungsweise nur auf groteske. Beispiele vom Wochenende: Anders als in den Vorjahren verzichtete zwar der ARD-Sender RBB auf einen Bericht über die erneut einen Rekordbesuch verzeichnende Rosa-Luxemburg-Konferenz in Berlin, dafür sprang Bild mit einer Schmonzette ein, in Fortsetzung von ›Die Schöne und das Biest‹ aus der vergangenen Woche. Gemeint waren Sahra Wagenknecht und der Politkommissar einer kommunistischen Einheit im Donbass, Alexej Markow, von Bild notorisch falsch als ›Kommandeur‹ bezeichnet.«

Das Plakat 2016

XXI. Internationale Rosa-Luxemburg-Konferenz

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