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Gespräch mit Andreas Grüninger, Gründungsmitglied der sozialistischen Kinderorganisation »Rote Peperoni«

Bei der 25. Internationalen Rosa-Luxemburg-Konferenz am 11. Januar 2020 in Berlin wird es neben einem Programm für Erwachsene auch eines für Kinder geben. Soll dabei ebenso über eine bessere Welt nachgedacht oder eher gespielt werden?

Beides. Es wird gespielt und gebastelt, aber wir werden mit den Kindern auch die aktuelle Situation in unserer Gesellschaft besprechen. Wir »Roten Peperoni« finden es als sozialistische Nachfolgeorganisation der »Jungen Pioniere« in Baden-Württemberg wichtig, mit den Kindern auch politische Zusammenhänge zu behandeln. Ähnlich läuft es bei unseren zweiwöchigen Sommerfreizeiten, die wir jährlich durchführen. 2019 stand bei uns das Thema »Wir haben nur diese eine Welt« im Mittelpunkt. Wir diskutieren mit den Kindern über die Klimakrise, darüber, wie mit Ressourcen umgegangen wird. Dazu haben wir mit ihnen gemeinsam demonstriert, Aktionen gemacht und Transparente gemalt. Letztere bringen wir mit nach Berlin zur Rosa-Luxemburg-Konferenz und wollen sie dort aufhängen.

Das Motto ist etwas sperrig geraten in diesem Jahr. Es wurde lange diskutiert in der »Gruppe Tendenzen Berlin«. Am Ende ging es um den Hinweis – speziell an Umweltbewegte –, dass die Produktivkräfte eine Stufe der Entwicklung erreicht haben, auf der sie »unter den bestehenden Verhältnissen nur Unheil anrichten« (Marx, »Deutsche Ideologie). Aber mach daraus mal einen griffigen Slogan, zu dem Künstler ihre Arbeiten für die Ausstellung auf der 25. Rosa-Luxemburg-Konferenz (RLK) im Januar einreichen sollen! Geeinigt hat die Gruppe sich schließlich auf »Wenn Produktion in Destruktion umschlägt: Kapitalismus zerstören, nicht Mensch und Natur!« Was in der Sache ja von wünschenswerter Klarheit ist.

Wer die Möglichkeit nutzen will, die Tageszeitung ­junge Welt an einem einzigen Tag kennenzulernen, sollte die Internationale Rosa-Luxemburg-Konferenz besuchen, die am 11. Januar 2020 in Berlin stattfindet. Dort gibt es all das, was diese außergewöhnliche Zeitung ausmacht, zum Beispiel Außenpolitik: Aktivisten sozialer Bewegungen aus Libanon und Israel, USA und Kuba, Kolumbien und Frankreich berichten über ihre Erfahrungen. Kultur wird nicht irgendwo am Schluss angepappt, sondern findet im laufenden Programm statt: Eingerahmt von den Folk-Punkern The Pokes gibt es revolutionäre Kunst mit dem Stück »Das Floß der Medusa«, dem libanesischen Weltmusiker Marcel Khalifé und progressiver Theaterkultur. Natürlich fehlt auch die Innenpolitik nicht: So werden in einer Gesprächsrunde Vertreter von sechs verschiedenen Bewegungen (darunter auch Fridays for Future) über ihre Erfahrungen berichten. Mit der abschließenden Podiumsdiskussion loten wir aus, welchen Einfluss Flucht und Migration auf die Klassenkämpfe im Land haben.

Gespräch mit Johannes Heidner, aktiv im Bündnis »Ende Gelände« aktiv und Gast auf der kommenden Internationalen Rosa-Luxemburg-Konferenz am 11. Januar 2020

Nach dem »globalen Klimastreik« am heutigen Freitag folgt ab morgen ein »Aktionswochenende für Klimagerechtigkeit«. Der Druck von der Straße auf die Verantwortlichen ist weiterhin deutlich zu spüren. Wo steht die Bewegung, zu der auch das Bündnis »Ende Gelände« zählt, zum gegenwärtigen Zeitpunkt?

Sie stellt sich immer besser auf, soviel ist klar. Es gibt aber nach wie vor ein großes Potential, noch mehr Menschen zu mobilisieren. Das Thema wird zwar von der Bundesregierung aufgegriffen, aber es wird viel zuwenig getan. Daran haben auch der sogenannte Kohlekompromiss oder das Klimapaketchen, wie wir es nennen, nichts geändert.

Yoerky Sánchez Cuéllar. Foto: Alex CastroYoerky Sánchez Cuéllar. Foto: Alex CastroEs ist die 25. Internationale Rosa-Luxemburg-Konferenz – und es zeichnet sich schon jetzt ab, dass es wohl die bisher am meisten besuchte sein wird! Zwar findet die Veranstaltung am 11. Januar 2020 wieder im Berliner Kongresszentrum des Mercure-Hotels MOA statt, durch Erweiterungen und Umbauten wurden allerdings die zur Verfügung stehenden Flächen vergrößert. Noch liegt das Programm nicht komplett vor, trotzdem wurden bereits 690 Einlassbänder bestellt oder verkauft.

Der amtierende Präsident Boliviens ist von reaktionären Kräften zum Rücktritt gezwungen worden, allerdings hat das Parlament seinen Rücktritt nicht akzeptiert. Die von den Herren Trump und Bolsonaro geführten Regierungen in den USA und Brasilien haben trotzdem mal so eben eine Frau Añez anerkannt, die sich selbst zur neuen Regierungschefin erklärt hatte. Die deutsche Regierung schweigt, in Bolivien wird gegen diesen Putsch gekämpft! Wir rufen alle Teilnehmenden der kommenden 25. Internationalen Rosa-Luxemburg-Konferenz zu einer Solidaritätsmanifestation für die kämpfenden Antiimperialisten in Bolivien und in ganz Lateinamerika auf! Gäste aus Bolivien, Kolumbien und Kuba werden über die Lage berichten, wir erwarten Videobotschaften von Persönlichkeiten aus Kultur und Politik und werden eine Erklärung verabschieden, mit der wir uns zur aktiven Solidarität verpflichten.

Erschienen am 16. November 2019 in der Tageszeitung junge Welt

Am 11. Januar 2020 öffnen sich in Berlin zum 25. Mal die Türen zur Internationalen Rosa-Luxemburg-Konferenz. Zeit für einen Rückblick? Gerne ein anderes Mal! Denn jetzt ist Zukunft angesagt, genauer: »Macht der Straße – Kampf um die Zukunft …«. So lautet der Titel der nächsten Konferenz, die Protestbewegungen auf der ganzen Welt gewidmet ist. Mit dem uns sehr wichtigen Zusatz – weil wir der gesamten Diskussion eine Richtung geben wollen – »… die Systemfrage beantworten«.

Seit dem Niedergang des sozialistischen Weltsystems eilen rechte und faschistische Kräfte scheinbar unaufhaltsam von Erfolg zu Erfolg, während fortschrittliche Kräfte immer mehr in die Defensive geraten. Doch mittlerweile regt sich weltweit auf den Straßen Widerstand. Aktivisten erkennen, dass bestehende Verhältnisse geändert werden müssen – und können. Immer mehr wird deutlich, dass es nicht nur um diese oder jene Reform geht, sondern um Grundsätzliches: Die Systemfrage wird gestellt.

AUFRUF zur TEILNAHME an der KUNSTAUSSTELLUNG

im Rahmen der XXV. Internationalen Rosa–Luxemburg–Konferenz
am 11.01.2020 im Mercure Hotel MOA Berlin, Stephanstr. 41, 10559 Berlin

Zum siebenten Mal in Folge organisiert die GRUPPE TENDENZEN BERLIN gemeinsam mit der Tageszeitung junge Welt eine Kunstausstellung anlässlich der Internationalen Rosa-Luxemburg-Konferenz. In diesem Jahr lautet der Titel:

Wenn Produktion in Destruktion umschlägt:
Kapitalismus zerstören, nicht Mensch und Natur!

In der »Deutschen Ideologie« analysiert Marx, dass »in der Entwicklung der Produktivkräfte […] eine Stufe ein[tritt], auf welcher Produktionskräfte und Verkehrsmittel hervorgerufen werden, welche unter den bestehenden Verhältnissen nur Unheil anrichten, welche keine Produktionskräfte mehr sind, sondern Destruktionskräfte.« Dies gilt für alle Bereiche der Produktion – auch für die Landwirtschaft, wo der Boden durch immer mehr Dünger und Pflanzenschutzmittel ruiniert werden. Die Produktionskräfte wirken gleichsam destruktiv auf die Natur, die im Kapitalismus bloß ein Ausbeutungsobjekt ist. Diese Art des Umgangs mit der Natur ist allein durch eine Umwälzung aller kapitalistischen Verhältnisse zu verändern.

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