junge Welt gegen die Putschisten

Hände weg von Venezuela!

Yván Gil, Vizeaußenminister Venezuelas und zuständig für die Region Europa, richtete den mehr als 750 Besuchern der Solidaritätsveranstaltung in der Berliner »Urania« die Grüße des Außenministers Jorge Alberto Arreaza aus. Arreaza verhandelt derzeit in Norwegen zum Konflikt in seinem Land und konnte nicht persönlich in Berlin anwesend sein. Warum es US-Attacken gegen sein Land gebe, ist für Gil eindeutig: »Venezuela hat die größten Erdölreserven auf dieser Welt, es steht an der vierten Stelle der Länder mit den größten Goldvorkommen weltweit, ist geopolitisch wichtig und außerdem läuft in Venezuela eine sozialistische Revolution.« Das seien die Gründe für die vom Westen unterstützten Putschversuche gegen Venezuela, die vom »Imperium der USA« ausgingen. »Man versucht uns dazu zu bewegen, dass wir aufgeben. Wir sehen uns der Klasse gegenüber, die die Macht hat - das ist ein Klassenkampf«, so Gil. »Wir bitten um Respekt und Achtung der internationalen Gesetze«, machte der Vizeaußenminister klar. Die venezolanische Opposition habe keine Unterstützung durch das Volk oder das Militär. »Der einzige Weg ist der Sieg der fortschrittlichen Kräfte«, so Gil.

Mit der Alternativveranstaltung »Hände weg von Venezuela« protestiert am Dienstag Abend ein breites Bündnis aus 30 Organisationen, Parteien, Medien und Initiativen gegen die einseitige Ausrichtung der Lateinamerika-Karibik-Initiative-Konferenz, die derzeit im Auswärtigen Amt stattfindet. Im mit mehr als 700 Besuchern vollbesetzten Humboldt-Saal der Berliner »Urania« erinnerte Carolus Wimmer, Internationaler Sekretär der Kommunistischen Partei Venezuelas und Abgeordneter des Lateinamerikanischen Parlaments, zunächst an die US-amerikanische Dominanz in Lateinamerika. »Das ist die Linie des US-Imperialismus seit 100 Jahren«, erklärte er. »Wir sind ein Dorn in dessen Auge.« Wimmer verwies auf die Nicht-Einladung des venezolanischen Außenministers zur Konferenz im Auswärtigen Amt und die Anerkennung des »Interimspräsidenten« Juan Guaido durch die deutsche Regierung. »Der volle Saal hier ist ein Zeichen für die Solidarität mit Venezuela. Wir sind die Mehrheit, müssen uns organisieren, um eine Invasion der USA zu verhindern«, erklärte Wimmer.

Mit einer großen Alternativveranstaltung in der Berliner »Urania« will ein Bündnis aus derzeit mehr als 30 Organisationen, Parteien, Medien und Initiativen am morgigen Dienstag (28. Mai) die in Berlin stattfindende Lateinamerika-Konferenz im Auswärtigen Amt begleiten. »Bundesaußenminister Heiko Maas hat alle seine Amtskollegen aus Lateinamerika und der Karibik nach Berlin eingeladen, aber den Außenminister Venezuelas hat er außen vor gelassen. Durch diese Haltung unterstützt die Bundesregierung die Aggressionspolitik insbesondere der USA gegen Venezuela. Das ist für uns nicht hinnehmbar«, erklärt Sebastian Carlens, stellvertretender Chefredakteur der in Berlin erscheinenden Tageszeitung »junge Welt«. Die Zeitung hat die Koordination der Vorbereitungen für die Alternativveranstaltung übernommen.

Der Außenminister der bolivarischen Regierung in Venezuela, Jorge Arreaza, wurde von der Bundesregierung nicht zu einer internationalen Konferenz aller Außenminister Lateinamerikas und der Karibik am 28. und 29. Mai nach Berlin eingeladen. Offizielles Ziel soll die Verbesserung der Zusammenarbeit sein, auch die Gründung eines Netzwerks zur Stärkung von Frauenrechten und die gemeinsame Bekämpfung des Klimawandels stehen auf dem vorgesehenen Programm. Eine Begründung für den Ausschluss gibt es nicht.

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