Esther Bejarano. Foto: Christian MangEsther Bejarano. Foto: Christian MangEsther Bejarano, die 1943 nach Auschwitz-Birkenau deportiert wurde, erinnert in ihrer Rede an die Opfer des NSU, Flüchtlinge, die rassistisch bedroht und angegriffen werden, und die Opfer der Kriege auf der Welt. »Es ist Zeit für einen Aufschrei von uns allen, einen unüberhörbaren, lauten Aufschrei, der bis in den letzten Winkel unseres Landes und der ganzen Welt widerhallt«, empört sich die 91jährige.

Als Beispiel für strukturelle Gewalt des Staates, die wir alle bekämpfen sollten, nennt sie die Asylrechtsverschärfungen des vergangenen Jahres. Unter anderem die Balkan-Staaten wurden in »sichere Herkunftsländer« deklariert, um Sinti und Roma, die hier Schutz vor Diskriminierung und Verfolgung suchen, leichter abschieben zu können. »Deutschland hat dieser Minderheit gegenüber eine besondere Pflicht, Bleiberecht zu gewähren, denn 500.000 Sinti und Roma wurden in der Nazizeit ermordet«, erinnert sie.

Fremdenfeindliche Übergriffe und rechtes Gedankengut beschreibt sie eben nicht als neues Phänomen, wie es viele Politiker derzeit tun, und eine Mitschuld von sich weisen, sondern sie verdeutlicht eine Linie vom Naziregime bis heute, da eine Entnazifizierung in der BRD niemals stattgefunden hat. »Darum sage ich: der Satz ›Wehret den Anfängen‹, ist längst überholt! Wir sind mittendrin!«

Esther Bejarano wurde als Esther Loewy am 15. Dezember 1924 in Saarlouis geboren. 1941 wurde sie ins Zwangsarbeitslager Neuendorf bei Fürstenwalde/Spree gebracht, am 20. April 1943 aus dem Berliner Sammellager in der Großen Hamburger Straße nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Als das Mädchenorchester entsteht, meldete sie sich als Akkordeonspielerin. Das Orchester musste den täglichen Marsch der Arbeitskolonnen durch das Lagertor begleiten. Ende 1943 wurde Esther ins KZ Ravensbrück verschleppt (Häftlingsnummer 23139). Auf einem der Todesmärsche von KZ-Häftlingen floh sie mit sechs Freundinnen.

Nach dem Krieg suchte Esther ihre Familie, will nach Palästina zu ihrer Schwester, unbedingt weg aus Deutschland. Mit ihrer Freundin Mirjam Edel landete sie im September 1945 in Haifa und wurde im Lager Atlit erneut hinter Stacheldraht eingesperrt, bis ihre Schwester sie zu sich holt. Eine Nacht lang sprachen Esther und Mirjam mit der Schwester Tosca und Hans Lebrecht über Auschwitz und Ravensbrück. Dann schweigen beide, jahrzehntelang.

Esther heiratete Nissim Bejarano. 1960 zog die Familie, inzwischen sind die Kinder Edna und Joram geboren, nach Hamburg. 1979 hielt die NPD eine Kundgebung ausgerechnet vor Esthers Boutique ab. Die angerückte Polizei schützte die Neonazis und nahm die Gegendemonstranten fest. Esther war empört. Und hat ihre Lebensaufgabe gefunden: Seit diesem Tag spricht Esther, mischt sich ein, erzählt ihre Geschichte vor Schulklassen und vor großen Auditorien, in den Medien. Seit 2009 treten die Bejaranos gemeinsam mit der Kölner Rap-Band Microphone Mafia auf. Esther Bejarano ist Mitbegründerin und Vorsitzende des Auschwitz-Komitees in der Bundesrepublik Deutschland e.V.

Das Plakat 2016

XXI. Internationale Rosa-Luxemburg-Konferenz

Broschüre 2016

Broschüre zur XXI. Internationalen Rosa-Luxemburg-Konferenz

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Anfahrt

Das URANIA-Haus finden Sie mitten in der City West, An der Urania 17, 10787 Berlin. In der Nähe der U-Bahnhöfe oder Bushaltestellen Wittenbergplatz und Nollendorfplatz. Diese sind vom Bahnhof Zoologischer Garten mit Bus (100, M46) und U-Bahn (U2) in wenigen Minuten zu erreichen. Karte anzeigen

 

Livestream

Die gesamte Konferenz wird am 9. Januar direkt auf unserer Homepage per Livestream übertragen. In den Tagen nach der Konferenz werden wir zudem wieder Höhepunkte der Veranstaltung als Videoaufzeichnung zur Verfügung stellen. 

 

Kunstausstellung
Ausstellungseröffnung um 10.30 Uhr
Gruppe Tendenzen Berlin: »Ni dieu, ni maître: Wir brauchen keine anderen Herren, sondern keine!«
Zum dritten Mal organisiert die Gruppe Tendenzen Berlin gemeinsam mit der Tageszeitung junge Welt im Rahmen der Internationalen Rosa-Luxemburg-Konferenz eine Kunstausstellung. Zahlreiche Künstlerinnen und Künstler haben wieder ihre Werke eingereicht, von denen eine Jury die besten für die Exposition gewählt hat.

 

Jugendpodium: Jung, brutal, gutaussehend?

Wie kämpft und organisiert sich die revolutionäre Jugend?

Brennende Flüchtlingsheime, Ausbildungsplatzmangel, Schulzeitverkürzung, immer mehr Kriegseinsätze der Bundeswehr. Wir, die Jugend in Deutschland 2016, wird die erste Generation sein, die einen geringeren Lebensstandard hat, als ihre Eltern – von ein paar superreichen Unternehmerkindern mal abgesehen. Welche Aufgaben stellen sich linken und revolutionären Jugendorganisationen vor diesem Hintergrund aktuell? Wie kann es gelingen, aktiv in Kämpfe einzugreifen und Widerstand zu entwickeln? Braucht es eine Perspektive über das Tagesgeschehen hinaus, und wenn ja, wie sieht sie aus? Kurz: Wie kämpft und organisiert sich die revolutionäre Jugend heute? Diese Fragen diskutieren VertreterInnen aus der Gewerkschaftsjugend, Julius Zukowski-Krebs vom BundessprecherInnenrat der linksjugend.solid, der Rote Aufbau Hamburg und Max Matthes vom Bundesvorstand der SDAJ

Kleistsaal, 14-16 Uhr

 

Wichtiges Datum nach der Konferenz:

Luxemburg-Liebknecht-Demonstration10. Januar 2016: Demonstration zur Ehrung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht vom U-Bhf. Frankfurter Tor zur Gedenkstätte der Sozialisten in Berlin-Friedrichsfelde,
Start: 10 Uhr.

Anschließend gibt es am Stand der Tageszeitung junge Welt an der Gedenkstätte Gelegenheit zu Gesprächen mit Kollegen aus Redaktion und Verlag bei einem Becher Glühwein.

 

Sonderöffnung der jW -Ladengalerie am 10. Januar 2016, ab 13 Uhr, Ausstellung:

»Der saure und der faule Apfel«, 12 plastische Portraits und eine Figur von Christiane Rößler

jW-Ladengalerie, Torstr. 6, Berlin-Mitte
(U-Bhf. Rosa-Luxemburg-Platz), Eintritt frei, bis 12.1.2016

 

Spendenunterstützung:

Verlag 8. Mai GmbH

Verwendungszweck: RLK 2016

IBAN: DE 50 1001 0010 0695 6821 00

BIC: PBNKDEFF

 

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