05.12.2013
RLK 2014: Von Krieg zu Krieg
Die von junge Welt veranstaltete XIX. Internationale
Rosa-Luxemburg-Konferenz 2014 findet als »Manifestation gegen
imperialistische Kriege« statt. Acht Monate nach Anzettelung des Ersten
Weltkriegs vor allem durch Deutschland formulierte Rosa Luxemburg ihr
bis heute gültiges Urteil: »Geschändet, entehrt, im Blute watend, von
Schmutz triefend – so steht die bürgerliche Gesellschaft da, so ist sie.
Nicht wenn sie, geleckt und sittsam, Kultur, Philosophie und Ethik,
Ordnung, Frieden und Rechtsstaat mimt – als reißende Bestie, als
Hexensabbat der Anarchie, als Pesthauch für Kultur und Menschheit –, so
zeigt sie sich in ihrer wahren, nackten Gestalt.« So weit weg das
Geschehen vor 100 Jahren erscheint, so aktuell sind die Analysen seiner
Ursachen durch revolutionäre Marxisten wie Rosa Luxemburg oder Wladimir
Iljitsch Lenin – im Gegensatz zu mancher gerade erschienenen
1000-Seiten-Schwarte.
Heutige Kriege, ihre Ursachen und ihre Vorbereitung sind Gegenstand der
Referate und Gesprächsrunden am 11. Januar in der Berliner Urania.
Thematisiert wird aber auch: Was ist zu tun, damit sich die Katastrophe
nicht wiederholt? Der Krieg, meinte Rosa Luxemburg damals, sei »der
Rückfall in die Barbarei«. Die Alternative heiße Kampf gegen
Imperialismus und Krieg, heiße Sozialismus.
Mit Blick auf die auf dieser Schwerpunktseite problematisierte
»Gesellschaft für bedrohte Völker« seien zwei Referenten besonders
erwähnt: Der Sozialwissenschaftler Jörg Kronauer eröffnet mit dem
Vortrag »1914–2014: Europapolitik des deutschen Kapitals damals und
heute« die Antikriegskonferenz. Der frühere Außenminister der
Bundesrepublik Jugoslawien, Zivadin Jovanovic, spannt den Bogen von der
Zerschlagung seines Landes bis zum Syrien-Konflikt heute. »Von Belgrad
nach Damaskus – von Krieg zu Krieg« ist sein Referat überschrieben. Wie
Kriege mental möglich gemacht werden, darüber diskutieren schließlich
Rainer Rupp (ehemaliger Mitarbeiter im NATO-Hauptquartier, heute
jW-Autor), jW-Syrien-Korrespondentin Karin Leukefeld, Anders Kaergaard
(dänischer Whistleblower und Geheimdienstaussteiger) und Freja Wedenborg
von der dänischen Tageszeitung Arbejderen.